Budapest – Bock Bisztro

Letzte Woche waren wir in Budapest auf Urlaub und natürlich auch kulinarisch unterwegs, schliesslich sind wir verfressen. Nachdem wir allerdings beim Besichtigen täglich zwischen 15 und 18km zurückgelegt haben, hat sich das zum Glück nicht so auf die Hüften niedergeschlagen.

20150513_220311

Panorama von Buda bei Nacht

20150510_135614

Die berühmte Seilbahn auf den Burgberg

20150510_101526

Eine grossartige Recycling-Idee für Skier auf dem Szimpla Kert

Aber jetzt zum Wichtigen – Essen! An unserem letzten Abend hatten wir noch einen Platz im Bock Bisztro ergattert. Erst hatten sie unsere Reservierung verschusselt, aber letztendlich fand sie sich doch noch in den Tiefen des Computersystems und der Kellner zauberte noch einen Tisch für uns herbei. Als Entschuldigung bekamen wir auch noch ein Glas Pinot Noir-Sekt zum Aperitif, der wirklich sehr gut war. Die Bock-Winzerei betreibt hier ihr Restaurant und bietet weitgehend eigene Weine an. Auch die Weinberatung zum Essen war wunderbar, wir waren mit den Weinen zu unseren Gerichten sehr zufrieden.

20150515_202447

Der exotischste Gang der Karte war meine Vorspeise: zu Gelee gegarte Kalbs-Sehnen in Steinpilzsauce mit gebratenen Pilzen und einem “Trüffel” der aus gegarten kleinen Nudeln und Sepia hergestellt war. Fantastisch! Der Mann hatte ein ebenfalls sehr gutes Lecszo.

20150515_204458

Hauptgang war eine in Paprika geschmorte Ochsenbacke, dazu Semmelknödel und Speckstückchen, die in einem aufgesägten Markknochen serviert wurden. Im Hintergrund Kalbsleber mit Sardinenmousse, dazu gab es weisse Bohnen als Beilage.

Die Nachtischbilder habe ich leider verwackelt, die Schokoladenrolle und das Esterhazytörtchen waren aber auch sehr gut. Letztendlich haben wir dort einen wunderbaren Abend verbracht und waren mehr als satt und glücklich.

Advertisements

Labneh mit Za´atar

In letzter Zeit sehe ich immer wieder Labneh in allen möglichen Varianten im Internet. Nachdem ich kein so grosser Freund von Joghurt pur bin und ausserdem noch ein grosser Becher am Ende seiner Mindesthaltbarkeitsdauer in meinem Kühlschrank stand habe ich es einfach mal ausprobiert.

Labneh mit Za'atar

Einfach 500g Joghurt (3,5%, nicht irgendsoein Magerzeug) mit etwas Salz cremig rühren. Ein Sieb mit etwas Küchenkrepp oder Mull auskleiden, Joghurt einfüllen und über einer Schüssel im Kühlschrank abtropfen lassen. Je länger, desto fester wird das/der?? Labneh.

Danach kann man das Ganze mit Marmelade oder Honig auf ein Brot schmieren, mit Olivenöl und Za´atar bestreut mit einem Brot aufstippen oder was auch immer. Fazit: Schmeckt lecker, enthält weniger Zusatzstoffe als Frischkäse und ist mehr als einfach herzustellen.

Brotbackbuch Nr. 2 – Buchempfehlung

Vor einigen Wochen ist es endlich herausgekommen – das langersehnte Brotbackbuch meiner liebsten Brot-Gurus, nämlich Lutz Geissler und Björn Hollensteiner. Generell löst dieses Buch mit seinen Grundrezepten viele Probleme, die ein Hobbybäcker mit einem zeitintensiven Beruf oder ohne Küchenmaschine haben kann.

Das Buch unterteilt sich zunächst in drei Rezeptabteilungen, nämlich Weizen, Dinkel oder Roggen. Für jedes Getreide gibt es diverse Brot- und Semmelrezepte. Und noch besser: für jedes Rezept gibt es vier Variationen, nämlich ein Basisrezept, eines mit reinem Sauerteig, eines als No-Knead-Brot und noch ein Rezept mit 12h Kühlschrankgare, das man entweder ganz in der Früh oder am Abend nach der Arbeit noch backen kann. Endlich nicht mehr bis Mitternacht aufbleiben müssen, nur weil das Brot noch nicht die richtige Gare erreicht hat!

Und für die Menschen, die ohne Küchenmaschine auskommen müssen/wollen gibt es eine Variante ohne grosses Kneten. Genial! Mit diesen Rezepten könnte man auch im Urlaub backen, ohne grösseres Equipment (Wichtig, wenn man recht abgeschieden wohnen sollte und nicht täglich einkaufen fahren möchte). Drei Brote habe ich bisher schon nachgebacken:

2015-05-03_04-57-32

Das Roggenschrotbrot. Gestern gebacken, heute angeschnitten. Die Krume ist noch ein wenig feucht. Wahrscheinlich durch das grosse Roggenkörner-Kochstück. Aber ansonsten hat das Rezept mal wieder perfekt geklappt. Nur die angegebene Kastenform fand ich arg klein und habe statt der 1kg-Form die 1,5kg-Form genommen. Die war genau richtig.

Das Roggenkastenbrot mit Übernachtgare (unten) war ebenfalls sehr einfach in der Zubereitung und im Teighandling. Es hat auch sehr gut geschmeckt. Die Optik war ebenfalls gut und sah eigentlich aus wie im Buch… (Leider etwas finsteres Bild – es war schon Nacht).

20150421_211823

Und zuletzt noch das Stutenbrot. Von diesem Brot habe ich leider kein Foto gemacht. Es schmeckt frisch aus dem Ofen sehr gut und eignet sich super als weiches Frühstücksbrot. Am nächsten Tag ist es allerdings nicht mehr arg lecker – Hefeweizenbrot eben. Als Armer Ritter kam es aber dennoch zu neuen Ehren.

Fazit: Wer gerne und oft sein eigenes Brot bäckt, der findet in den Grundrezepten bestimmt “sein” Brot. Durch die verschiedenen Zubereitungsvarianten kann man sicherlich eine finden, die sich auch mit einem Ganztagsjob noch sinnvoll vereinbaren lassen. Komplizierte Brote mit langen und mehrstufigen Gehzeiten kann man ja noch immer am Wochenende backen, wenn man mehr Zeit hat.

Brotverwertung – Arme Ritter

20150503_084339

Unter der Woche hatte ich aus dem neuen “Brotbackbuch Nr. 2” das Stutenbrot nachgebacken, allerdings noch mit ein bisschen mehr Zucker und zusätzlich mit Rosinen gepimpt. Frisch und noch leicht warm schmeckte es echt klasse. Die Hälfte hatte ich dann fürs Wochenende eingefroren, was der Stuten leider nicht so toll fand. Irgendwie schmeckte es dann doch etwas schal. Um das gute Brot aber trotzdem zu würdigen wurden einfach Arme Ritter daraus. Und damit wurde aus dem alten Brot doch noch ein gutes Sonntagsfrühstück.

Für die Armen Ritter braucht es nun wirklich kein Rezept. Ich habe für die vier Scheiben Brot einfach ein Ei mit genug Milch, etwas Zucker und ein bisschen Vanille-Essenz verkleppert. Brot in der Masse einweichen, in Butter langsam braten. Dazu Zimtzucker, Ahornsirup oder Marmelade.

Rotgeschmorter Schweinebauch

Schweinebauch rotgeschmort

Am Wochenende gibt es mal wieder was Fleischernes, unter der Woche ja eher nicht so. Das liegt sicher auch zum Teil daran, dass sich von unserem im Herbst gemeinschaftlich erworbenen Schwäbisch-Hällischen Schwein noch diverse Teile in der Tiefkühle tummeln. Nachdem ich dem Tierchen aber dann auch alle Ehre antun möchte, gibt es das eben nur am Wochenende.

Diesmal erinnerte ich mich beim Anblick von Schweinebauch an eines meiner Kochbücher, nämlich “Die Chinaküche des Herrn Wu”. Darin gibt es eher chinesische Hausmannskost, meist mit wenigen Zutaten und ein bisschen auch auf die europäischen Einkaufsmöglichkeiten abgestimmt. Asiatische Gerichte mit einer Zutatenliste von unter 20 verschiedenen Lebensmitteln? Klingt machbar, war es auch.

Zutaten:

  • 1kg Schweinebauch mit Schwarte in 3cm Würfel schneiden
  • kalt aufgesetzt ca 15min köcheln, Wasser abgiessen und Fleisch kalt abspülen
  • aus ca 1l Hühnerbrühe,, 3 Frühlingszwiebeln, 1 Chileschote
  • je 100ml Sojasauce und Reiswein, 50g Zucker sowie
  • einem grossen Stück angedrücktem Ingwer und 2 Sternanis eine Brühe ansetzen
  • mit dem Schwein ca 1h köcheln
  • die Fleischstücke rausfischen und abtropfen, Zwiebel und Gewürze entfernen
  • den Fond langsam zur sirupartigen Konsistenz  einkochen
  • das Fleisch in der eingedickten Sauce erwärmen und damit überziehen

Das Fleisch war butterzart, sehr aromatisch. Dazu gab es einfach nur weissen Reis und einen Kopfsalat mit einer Sesam-Schnittlauch-Vinaigrette. Nachdem das Rezept doch eine ganze Weile braucht, empfiehlt es sich die ganze Menge zuzubereiten. Schwieriger ist es allerdings nach einer Portion aufzuhören. Unter aller geistigen Kraft haben wir es dann doch geschafft nach der Hälfte aufzuhören…..