Schweinsbackerl im Schmorsud

Schweinsbackerl mit Spätzle

Ein seltener Anblick in deutschen Supermärkten oder auf Speisekarten – darum waren wir umso erfreuter bei einem Einkaufstrip im Elsass endlich einmal Schweinsbacken zu ergattern. Eine Suche nach der richtigen Zubereitungsart mündete in der Erkenntnis, dass sie wohl am besten geschmort werden sollten.

Nach dem Parieren der Bäckchen ging es dann ans Werk:

  • 3 grosse gelbe Rüben, zwei dicke Scheiben Sellerie und zwei Zwiebeln grob würfeln
  • 10 Pfefferkörner, 5 Wacholderbeeren und 3 Pimentkörner grob zerstossen
  • die gesalzenen Backerl erstmal von allen Seiten anbraten, dann herausnehmen
  • das gewürfelte Gemüse anbraten
  • mit 2 Essl. Tomatenmark weiterrösten, dann mit etwas Wasser ablöschen
  • die gemörserten Gewürze und zwei Lorbeerblätter zugeben
  • 1 grosse Tasse Wein und eine Tasse Brühe zugeben
  • dann die Backerl in der Schmorflüssigkeit langsam garen (ca 2h), bis sie weich sind,
  • dabei sollte das Fleisch von der Flüssigkeit knapp bedeckt werden
  • die Sosse anschliessend ohne die Schweinsbäckchen zur gewünschten Konsistenz reduzieren, ggf. mit etwas kalter Butter aufmontieren (haben wir weggelassen)

Wirklich sehr bedauerlich, dass solche leckeren Teile meistens schnöde in der Wurst landen. Das Fleisch ist zart und  hat trotzdem noch Struktur, ohne dabei trocken oder faserig zu werden. Bei uns gab es dazu selbstgemachte Spätzle aus Dinkeldunst.

 

Kalbskopf mit Sauce ravigote

 

 

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Leider bei uns nicht jedermanns Sache, deshalb ist Kalbskopf nur selten in deutschen Metzgereien erhältlich. Deshalb haben wir unseren auch beim Einkauf im Elsass erstanden. Dort ist Kalbskopf auch in den Restaurants regelmäßig auf der Speisekarte zu finden. Kalbskopf ist nicht der ganze Kopf, wie manche vielleicht meinen. Für den Kalbskopf wird die Gesichtsmuskulatur vom Knochen entfernt und die Zunge darin eingerollt. Das Ganze wird wie ein Rollbraten verschnürt.

Zum Garen den Kalbskopfes Suppengemüse mit Wasser aufsetzen und aufkochen. Nach dem Aufkochen salzen und den Kalbskopf zugeben. Gewürzt wird mit grob zerstoßenem Piment, Lorbeer und Pfefferkörnern. Gegen Ende der Garzeit habe ich noch ein paar Zweige Majoran und Thymian zugegeben. Den Kalbskopf bei etwa 90°C für gute drei Stunden ziehen lassen. Die entstandene Brühe reduziert man – idealerweise mit ein paar Kalbsknochen – und hat dann einen schönen Kalbsfond.

Als Beilage wird im Elsass sehr oft Sauce gribiche gereicht. Wir haben uns für die etwas “leichtere” Variante mit Sauce ravigote entschieden. Sauce ravigote ist eine Vinaigrette mit hartgekochtem Ei, Kapern. Cornichons, Schalotten und Kräutern. Einem Anhalt für ein Rezept findet man hier. Ich habe das Rezept noch mit ein paar fein zerkleinerten Sardellenfilets und einem Schuss Sojasauce ergänzt. Da zur Zeit die Gartenkräuter eine Pause eingelegt haben, musste Petersilie reichen.

Zur Abrundung des Gerichtes gibt es Salzkartoffeln.

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Hühnerbrust sous vide

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Ein Huhn im Ganzen zu garen hat leider ein paar Nachteile. Für zwei Personen ist es eigentlich zu viel. Zumindest, wenn man die etwas schwereren Hähnchen bevorzugt. Wenn der Garpunkt der Keulen richtig ist, ist die Brust trocken und faserig. Mittlerweile haben wir da unseren Weg gefunden. Das Huhn wird zerlegt. Keulen und Brust geben zwei – verschiedene – Mahlzeiten. Karkasse und Flügel wandern in eine Brühe. So wird der ganze Vogel optimal verwertet. Vor allem kann man Brust und Keulen optimal garen.

Die Brust bleibt beim Zerlegen am Knochen. Dadurch hängt die Haut nicht wie Fetzen von der Brust und kann beim anschließenden Aufbraten das Fleisch noch etwas schützen.

Die Brust kommt gesalzen in einen Beutel, zusammen mit einem Esslöffel Olivenöl, Zitronenzesten und Rosmarin. Die Würzung ist in diesem Falle variabel und richtet sich ganz nach dem Geschmack des Kochs oder der Gäste. Die Brust wird dann sous vide bei 60°C für 2 Stunden gegart. Danach wird die Brust aus dem Plastikbeutel genommen, die Gewürze entfernt und die Brust trocken getupft. Und in einer Mischung aus Butter und Olivenöl möglichst kross angebraten. Nach dem Anbraten noch gute fünf Minuten warten, bis die Brust angeschnitten wird.

Das Resultat: Ganz zart rosa und saftig. Löst sich trotzdem problemlos vom Knochen.

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Schweinebauch aus dem Slowcooker – Samgyupsal

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Vor zwei Jahren habe ich einmal einen kleinen Slowcooker mit 2 Litern Fassungsvermögen gekauft, den ich leider viel zu selten benutze. Irgendwie fehlt mir immer die zündende Idee, was ich damit anfangen könnte. Diesmal kam die Zündung von einem koreanischen Foodblog. Nachdem ich alles daheim hatte, was bei den wenigen Zutaten nicht allzu schwierig war, war das Essen schnell vorbereitet. In der Zwischenzeit kann man so tolle Dinge tun wie Einkaufen, Unkraut jäten oder ein Schläfchen halten….

Zutaten:

  • je 1 Teel. Knoblauch und geriebener Ingwer mit
  • 1 Essl. Doenjang-Paste zu einer Paste rühren
  • ca 600g Schweinebauch damit einreiben
  • 1-2 grosse Zwiebeln in Ringen auf den Boden des Slowcookers legen
  • den Schweinebauch darüber legen
  • ca 100ml Wasser (alternativ Kaffee) zugeben

Das Ganze ca 3h auf high oder 5-6h auf Low garen. Dann aus 2 Essl. Sojasauce, 2 Essl. Wein und 1 Teel. Zucker mit etwas Kochflüssigkeit einen dicklichen Sirup kochen und das Fleisch von allen Seiten damit glasieren. (Achtung- verbrennt schnell. Fragt nicht woher ich das weiss…)

Dazu einfach Reis, die gegarten Zwiebeln und noch einen Salat. Stilgerecht eigentlich mit in Streifen geschnittenen Frühlingszwiebeln, die ich aber nicht hatte. Das Fleisch wird weich und zart und lässt sich mit dem Löffel essen. Auch gut für unvegetarische Gäste geeignet.

Lammstelzen mit Linsen

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Lammstelzen sind ein schönes Essen für einen kalten Wintertag. Langsam geschmort, bis das Fleisch von den Knochen fällt, dazu eine schöne Sauce und ein paar Nudeln – fertig ist das Winterglück auf dem Teller.

Zutaten:

  • 2-3 Lammstelzen salzen
  • in Öl rundum bräunen
  • ein paar gehackte Zwiebeln und gelbe Rüben mitbraten
  • mit 2 Dosen Kirschtomaten auffüllen
  • mit 1 Teel. Ras-el-Hanout, etwas Oregano und Chili würzen
  • ca 2h schmoren
  • 250g Puy-Linsen in der Sauce mitgaren, bis sie weich sind
  • mit Petersilie, Salz und 2 Essl. gehackter Salzzitrone abschmecken.

Dazu passen Nudeln (die passen fast immer), oder auch ein leckerer Couscous.

Lammbauch mit Aprikosenfülle

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Wieder mal ein Verwertungsversuch für eher unbekannte Stücke vom Lamm. Diesmal mussten wir uns Gedanken zur Verwertung von Lammbauch machen. Zum Glück wurde ich im River Cottage Kochbuch fündig und habe dann davon inspiriert den Lammbauch gefüllt. Glücklicherweise war das Lamm zwar fett, aber das Bauchfett war noch von genügend Fleisch durchzogen. Trotzdem schmorte die Rolle fast vier Stunden im Ofen und es musste auch reichlich Fett abgeschöpft werden.

Trotzdem ein feines Essen für einen langen, faulen Wintertag zu Hause. Da Lammbauch normalerweise sehr günstig zu haben ist, kann man damit für wenig Geld viele Leute satt bekommen. Wir haben dazu ein Pastinaken-Kartoffelpüree und Salat gegessen.

Zutaten (für 4-6, je nach Hunger)

  • 1,5kg Lammbauch
  • mit Senf bestreichen und salzen
  • Füllung aus 1 Handvoll gehackten Softaprikosen
  • 1 gehackten Zwiebel
  • 1 Ei
  • 4 Essl. Semmelbrösel (hier Altbrotbrösel)
  • etwas Chili und Thymian

Die Füllung auf den Lammbauch streichen, das Ganze zusammenrollen und verschnüren. Bei 140Grad ca 3-4h im Ofen garen, dabei mit Rotwein angiessen. Das Fett abschöpfen (ich brauche dringend mal ein Fett-Trennkännchen….), den Bratensatz nochmal ablöschen und abschmecken.

Zitronenhuhn in Milch

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Das letzte der französischen Label Rouge-Hühner wartete noch in der Kühltruhe auf seinen Auftritt. Nachdem man so einem Tierchen auch alle Ehre antun sollte, durfte es ein Schönheitsbad in Milch nehmen, um danach in voller Pracht auf den Teller zu kommen.

Das Rezept ist ein Jamie Oliver-Klassiker, der das Ganze wohl von den Italienern abgeguckt hat, denn aus der Toskana kenne ich durchaus Gerichte in Milchsauce. Jedenfalls ist das Rezept sehr einfach nachzumachen und die leckere Sauce ist einfach ein Knaller. Bei uns gab es schlichte Stampfkartoffeln als Beilage.

Zutaten:

  • 1 grosses Huhn salzen
  • 1 Biozitrone mit dem Sparschäler abschälen
  • Die Zitrone und ein Paar Knoblauchzehen ins Huhn stecken
  • Huhn von allen Seiten in Öl braun braten
  • in eine gut passende ofenfeste Deckelform legen
  • 500ml Vollmilch angiessen
  • die Besten und noch ein paar Knoblauchzehen zugeben

 

Bei ca 180Grad mit geschlossenem Deckel für 30min backen, dann ca 1h mit offenem Deckel weitergaren. Die Milch kocht sich dabei um ein gutes Stück ein, gerinnt zu Molkeeiweiss und nimmt noch den ganzen Hühnergeschmack auf.

Ein grosses Huhn langt mit Beilagen für gute vier Personen. Auch für Gäste empfehlenswert, da man völlig stressfrei alles vorbereiten kann.